Planötzenhof · Hofgeschichte & Familiengeschichte

Ein Hof mit Geschichte.

Seit 1936 mit unserer Familie verbunden. Schon viel länger ein Teil von Hötting. Eine Geschichte von Landwirtschaft, Gastfreundschaft und dem Leben oberhalb von Innsbruck.

1809   ·   1888   ·   1906   ·   1935   ·   1936   ·   1981   ·   Heute

Historischer Blick vom Planötzenhof auf Hötting und Innsbruck zu Beginn der 1890er-Jahre

Blick vom Planötzenhof auf Hötting und Innsbruck, Beginn der 1890er-Jahre. Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-G-11529. Bildquelle [9]

1809

11. August

Ein Hof in bewegten Zeiten

Die Innsbrucker Chronik von Carl Unterkircher nennt den Planötzenhof im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 1809. Für den 11. August berichtet sie, dass bayerische Truppen den Hof und vier kleinere Höfe niederbrannten.

Damit ist belegt, dass der Planötzenhof zu dieser Zeit bereits bestand. Wann er ursprünglich gegründet wurde, lässt sich aus diesem Eintrag nicht ableiten.

1888

Die frühe Gastwirtschaft

Für Ausflügler und Wallfahrer

Gabriel Stecher erwarb den Planötzenhof 1888 und machte noch im Herbst desselben Jahres auf seine Gastwirtschaft aufmerksam. Sein Angebot richtete sich an Touristen und Besucher des Höttinger Bildes: Wein, Bier und kalte Küche luden zur Einkehr ein.

Auch Vereine kamen herauf. Im März 1896 besuchte die Tiroler Bergsteiger-Gesellschaft Alpler den Hof; am Ostermontag 1899 kehrte die Gesellschaft Nachtigall ein. Historische Inserate erzählen von einer Gastwirtschaft, die schon damals zum geselligen Leben oberhalb der Stadt gehörte.

Historische Ansicht des Gasthauses Planötzenhof mit Gästen, Aufnahmejahr nicht angegeben

Historische Ansicht des Gasthauses; Aufnahmejahr in der Fundstelle nicht angegeben. Stadtarchiv Innsbruck, Ph-Pl-823. Die Abbildung wird als historische Ansicht gezeigt, nicht als Aufnahme von 1888. Bildquelle [2]

1906

Die Holzveranda

Ein besonderer Platz über der Stadt

Die Holzveranda aus dem Jahr 1906 prägt das Erscheinungsbild des Planötzenhofs. Sie gehört zur Architektur der Ausflugsgasthäuser um die Jahrhundertwende und steht heute unter Denkmalschutz.

Ein Denkmalbericht dokumentiert ihre spätere Erhaltung und Sanierung. So verbindet die Veranda die Geschichte des Hauses mit dem Blick über Innsbruck, den unsere Gäste bis heute genießen.

1935

26. Oktober

Ein Weg von früher

Im Oktober 1935 hielt ein Fotograf seinen Spaziergang in Richtung Planötzenhof fest. Die Bilder zeigen Friedlegg unterhalb des Hofs, den westlich vorbeiführenden Weg und ein Marterl.

Für das abgebildete Wegstück ist sogar der genaue Tag überliefert: der 26. Oktober 1935. Der Weg ist heute asphaltiert. Der Planötzenhof selbst wurde in dieser Bildserie nicht fotografiert.

Weg westlich des Planötzenhofs mit einem Übergang über den Weg am 26. Oktober 1935

Weg westlich des Planötzenhofs, 26. Oktober 1935. Stadtarchiv Innsbruck, Ph-A-24512-95. Bildquelle [5]

1936

Familie Heis

Seit 1936 in Familienhand

1936 kauften unsere Vorfahren den Planötzenhof. Seither ist der Hof mit der Familie Heis verbunden. Die Arbeit in der Landwirtschaft und die Bewirtung unserer Gäste gehören für uns zusammen.

Heute führt Andreas Heis diese Verbindung weiter. Der Hof ist Arbeitsplatz, Lebensraum und Gasthaus – und ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen.

1981

16. Juni

Gerettet und wieder aufgebaut

Am 16. Juni 1981 stand das Wirtschaftsgebäude des Planötzenhofs in Vollbrand. Die Wasserversorgung am Hang stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Tanklöschfahrzeuge und lange Relaisleitungen brachten das Löschwasser zum Hof.

Den Feuerwehren gelang es, das Wohn- und Gasthaus samt Veranda zu retten. Auch die Tiere konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Das Wirtschaftsgebäude wurde anschließend wieder aufgebaut. Die Fotografien aus dem Feuerwehrarchiv halten dieses Kapitel der Hofgeschichte fest.

Wirtschaftsgebäude des Planötzenhofs nach dem Brand vom 16. Juni 1981

Wirtschaftsgebäude nach dem Brand vom 16. Juni 1981. Herkunft: Archiv der FF Hötting; veröffentlicht durch Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck. Bildquelle [7]

Heute

Vom Hof auf den Teller

Die Geschichte geht weiter

Die Verbindung von Landwirtschaft und Küche prägt den Planötzenhof bis heute. Erzeugnisse vom eigenen Hof und Kräuter, Salate und Gemüse aus dem Bauerngarten finden ihren Weg in die Küche.

Wir schreiben diese Geschichte im Alltag weiter: bei der Arbeit auf dem Hof, beim Kochen und wenn Gäste bei uns zusammenkommen. Wir freuen uns, wenn der Planötzenhof auch für die nächsten Generationen ein vertrauter Ort zum Einkehren bleibt.

Andreas Heis heute. Fotografie: Andreas Amplatz · Ampand.

Quellen & Bildnachweise

Die historischen Stationen beruhen auf den nachfolgenden Quellen. Datierungen und Archivsignaturen stehen zusätzlich bei den jeweiligen Bildern.

  1. Chronik von InnsbruckCarl Unterkircher, Eintrag vom 11. August 1809, digitalisierte Chronik der Stadt Innsbruck, PDF-Seiten 154–155.
  2. Ausflügler-RestaurationMatthias Egger, Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 7. April 2022. Frühe Gastwirtschaft, Vereinsbesuche und Zeitungsinserate.
  3. Veranda des PlanötzenhofsDenkmalbericht, III-63 der Beilagen, XX. Gesetzgebungsperiode, gedruckte Seite 125. Baujahr 1906 und spätere Sanierung.
  4. Denkmalliste TirolBundesdenkmalamt, Veranda des Gasthofes Planötzenhof, HERIS-ID 46429.
  5. Ein Herbstspaziergang rund um den PlanötzenhofHanna Fritz, Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 8. Juli 2020. Fotografien vom Oktober 1935.
  6. Familie Heis seit 1936Betriebliche Selbstdarstellung, WKO Firmen A–Z, Andreas Alois Heis / Landgasthaus Planötzenhof.
  7. Übung macht den MeisterMatthias Egger, Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 15. November 2020. Brand 1981, Wiederaufbau und Archivmaterial der FF Hötting.
  8. Hötting erlebenElisabeth de Koekkoek, Innsbruck Tourismus, 8. September 2025. Verbindung von Landwirtschaft und Küche.
  9. PrachtvollMatthias Egger, Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, 25. September 2020. Panorama vom Planötzenhof zu Beginn der 1890er-Jahre.